News from the Past Vol.1

Im nächsten Jahr wird Friedrich II. 300 Jahre alt. Norbert Leithold, Historiker aus Schwerin, veröffentlicht passend zum Anlass im Oktober ein “kulturgeschichtliches Panorama von A-Z” in der Anderen Bibliothek. So umstritten der Preußenkönig auch war, so amüsant und interessant die Details, die Leithold über das Leben in der zweiten Häflte des 18. Jahrhunderts ausgegraben hat. Neben kleinen Preziosen über “Aborte”, “Blödigkeit”, “Kaffeeschnüffler”, “Hofstaat”, “Pagen” und “Wohnungen” gibt es auch ein Kapitel über “Bücher und Leser”. So erfahren wir z. B., dass in Deutschland zwischen 1773 und 1796 rund 6000 Romane gedruckt wurden, was einer literarischen Produktion von 250 neuen Titeln pro Jahr entsprach. Verkauft wurden diese Bücher auf Märkten und vor allem in 205 Buchhandlungen, die 1780 in Deutschland existierten – darunter allein zehn in Berlin. 1766 gab es laut Menzels ” Das gelehrte Teutschland”  3000 Autoren, 1776 bereits 4300  und 1788 über 6200. Großverdiener und literarischer Star war eindeutig Goethe, der mit seinem “Werther” einen Megaseller landete. ” Leser in bürgerlichen Kreisen”, so Leithold im O-Ton und mit wohl mit Blick auf aktuellen Entwicklungen, “bevorzugten allerdings Nachahmungen alter Ritter- und Schäferromane, auch Bücher mit erotischem Inhalt. Dienstmädchen, Handwerkerfrauen, aber auch adlige Damen verschmähten nicht schnell zusammengeschriebene Groschenhefte mit Klatsch- und Skandalgeschichten.”

Eine ausführlichere Leseprobe und mehr zu Leitholds Buch gibt es hier.

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DBC Pierre sagt:

“Wenn deine moralischen Grundsätze nicht mehr tragen, ändere die Grundsätze.”

Diesen Satz hat DBC Pierre seinem neuen Roman Das Buch Gabriel vorangestellt. Irgendwelche Einwände?

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Völkerverständigung

oder Der lange Weg des Asterios Polyp

David Mazzucchelli arbeitete zehn Jahre lang an seiner ersten eigenen Graphic Novel Asterios Polyp. Sie sein Lebenswerk zu nennen, ist hoffentlich zu viel des Guten, denn ein weiteres Werk von Comic-Zeichner Mazzucchelli ist uns allen zu wünschen. „Meisterstück“ trifft es wahrscheinlich besser.

Und wenn jemand zusammengerechnet eine Dekade seines Lebens in ein Buch steckt, hat er bestimmte Vorstellungen davon, wie es aussehen soll. So stellte auch David Mazzucchelli Anforderungen an die Herstellung der deutschen (und weiteren europäischen) Ausgabe, sodass das Äußere dem perfekt durchkomponiertem Inhalt entspricht.

 Wir sind dem gerne nachgekommen …

Voraussetzung für die Genehmigung unserer deutschen Ausgabe war, sie bis ins kleinste Detail wie das Original aussehen zu lassen. So verwendeten wir japanisches Recyclingpapier, das in einer bestimmten chinesischen Druckerei zum Buch wurde.

Das doppelte Lottchen - einmal englisch, einmal deutsch.

Doch auch die Farben von Asterios Polyp sind etwas besonderes: Normalerweise bedeutet Farbdruck eine Mischung aus vier Farben, das CMYK-Modell: Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key). Bei diesem Buch wurden zehn Farben, besser gesagt: Sonderfarben verwendet, um die besondere Farbwirkung von Mazzucchellis Bildern erzielen zu können.

Eine weitere Besonderheit des Buches sind die handgeschriebenen Texte. Mazzucchelli lässt jeden Charakter in einer eigenen Schrift „sprechen“. Für die Herstellung bedeutete dies, den ja nun ins Deutsche übersetzten Text adäquat abzubilden. Der niederländische Verlag von Asterios Polyp hatte auf der handschriftlichen Grundlage Schriftarten erstellt, mit denen der Text in den Sprechblasen relativ einfach gesetzt werden konnte. Doch einige Schriften und z. B. große oder schräg in die Bilder eingebrachte Worte, mussten weiterhin von Hand gezeichnet werden. David Mazzucchelli achtete persönlich darauf, dass die nachgezeichneten Buchstaben auch zum Charakter seiner Figuren passen und dem Original so nah wie möglich kommen.

Das englische Original ...

... und die deutsche Übersetzung

Man sieht, wie viel Herzblut der Autor auch in alle europäischen Ausgaben seiner Graphic Novel gesteckt hat. Und was die Herstellung anbelangt, hat Asterios Polyp für Völkerverständigung gesorgt: japanisches Papier, chinesische Druckerei, niederländische Schriftarten und belgische Kollegen, mit denen wir uns zum Drucken zusammengeschlossen haben.

Eine kleine Änderung haben wir allerdings eingebaut: In Deutschland, Frankreich und Italien ist es üblich, die Beschriftung des Buchrückens von unten nach oben auszuführen. Beim Lesen legt man den Kopf also nach links. In englischsprachigen Ländern ist es genau umgekehrt, von oben nach unten und Kopf nach rechts. Die Optik haben wir allerdings beibehalten, sodass der Autorenname weiterhin unten steht. Die Fliege ist natürlich auch drauf.

Deutsche vs englische Beschriftung

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Ein Tick anders

Seit Anfang Juli ist der Film Ein Tick anders von Regisseur Andi Rogenhagen in den Kinos. Den Film selbst habe ich noch nicht gesehen, das Plakat zum Film allerdings schon. Und das ist sehr schön:

Filmplakat; Titeldesign: Lena Meyer

Verantwortlich für das Titel-Design des Films ist übrigens Lena Meyer, die auch unseren Trailer zu Thaddeus und der Februar gemacht hat. Wer den Clip  noch nicht gesehen hat, kann das hier nachholen:

Lena Meyer hat an der HHF-Potsdam-Babelsberg Animation studiert und eine standesgemäße Website, auf der man sich auch im Showroom tummeln kann:

http://www.meyerlena.com/show.html

Bleibt noch die Frage, um was es in Ein Tick anders eigentlich geht. Die Kurzfassung: um ein junges Mädchen, das unter dem Tourette-Syndrom leidet und mit ihrer etwas schrägen Familie ganz eigene Antworten auf die Behinderung findet.  Ob der Film Ähnlichkeiten mit Vincent will Meer hat, könnt ihr hier überprüfen:

http://www.eintickanders.de/

Noch ein Nachtrag zu Thaddeus und der Februar: Die Filmrechte an Shanes Jones’ Roman hat sich bekanntlich Spike Jonze (Regisseur von Being John Malkovitch) gesichert. Der hat soeben einen Kurzfilm zu Arcade Fires letztem Album The Suburbs gedreht. Einen Ausschnitt gibt’s hier:

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“C” wie Zukunft

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hat eine neue Kampagne vorgestellt, mit der sie sich im Landtags-Wahlkampf positionieren will. Der eigenwillige Slogan lautet:

ganz schön verwirrend: die CDU in Meck-Pom

Seither fragt sich die Netzgemeinde, ob das “D” wie genial oder “U” wie dämlich ist. Nach ersten Kommentaren auf Facebook gibt’s schon eine nette Seite zum Thema: www.c-wie.de

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Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht?

In ihrem vielgelobten neuen Buch Echtleben beschreibt Katja Kullmann gewohnt unerschrocken, wie schnell der eigene Lebensplan (gut ausgebildet, mutig, flexibel, ehrgeizig und privat unabhängig = beruflich erfolgreich) an den realen Verhältnissen scheitern kann. Und leiht sich als Kapitelüberschrift die in der Headline zitierte Songzeile der Band Britta aus:

Das ist aus mehreren Gründen bemerkenswert, weil erstens Katja Kullmann aus ihrer Bewunderung für Christiane Rösinger keinen Hehl macht, zweitens auch die Singer/Songwriterin aus Berlin trotz aller Brillanz an den realen Verhältnissen gescheitert ist, und drittens weder Katja Kullmann noch Christiane Rösinger sich davon unterkriegen lassen (wollen).  “Songs Of L. And Hate!” heißt das aktuelle Rösinger-Album, und daraus hier:

Wer jetzt kleinkrämerisch einwirft, Frau Rösinger neige zu übertriebener Melancholie und Lust am Weltuntergang, sollte ihren Humor nicht vergessen. Lustiger hat in diesem Jahr wohl niemand über Dylan und seine Fans geschrieben.

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“Mein Baby gehört zu mir!”

Buchpremiere Lieb mich wie im Film

Die schönsten Liebesfilme einfach selbst erleben – so lautet der Untertitel des Buches Lieb mich wie im Film von Alexandra Maxeiner und Moni Port (Illustrationen), das am 20. Juni 2011 seine Premiere im Club Orange Peel feierte.

Alexandra Maxeiner hat sich die schönsten Liebesfilme vorgenommen und auf die komischsten, pathetischsten und kitschigsten Momente untersucht. Sie schlägt Szenen vor, die sich zum Nachspielen eignen (z. B. im Schnee tollen wie die beiden Protagonisten aus Love Story), und solche, die man lieber nicht nachstellen sollte (lautstark demonstrieren, dass man einen vorgetäuschter Orgasmus nicht von einem richtigen unterscheiden kann wie Meg Ryan in Harry und Sally).

In ihrer Lesung haben Alexandra Maxeiner und Thomas Wehling dem Publikum nicht nur Worte vor dem ersten Kuss ans Herz gelegt – sie demonstrierten auch, warum manche Unterhaltungen nur im Film funktionieren:

- Twilight -
Edward: Und? Genießt du den Regen?
Bella: Stellst du mir eine Frage über das Wetter?
Edward: Sieht ganz so aus.

Das Publikum konnte im Laufe des Abends bei Musik- und Filmzitate-Quizzes ebenfalls seine Filmkenntnisse unter Beweis stellen. Und die Gewinner freuten sich über Original-Siebdrucke von Motiven aus dem Buch.

Ein schöner, lustiger und unterhaltsamer Abend! Hier einige Eindrücke:

Ruhe vor dem Sturm

Mathias Bischoff (r.) begrüßt die Autorin Alexandra Maxeiner (M.) und den Schauspieler Thomas Wehling (l.)

Alexandra Maxeiner und Thomas Wehling freuen sich über die zahlreich erschienenen Liebesfilm-Fans

Während der Lesung

Moni Port (l.) und Alexandra Maxeiner (r.) signierten nach Ende der erfolgreichen Veranstaltung fleißig Bücher.

Im Detail sieht das so aus ...

... und von Moni Port gab es eine gezeichnete Titanic dazu (noch nicht im Bild).

 

Alexandra Maxeiner
Lieb mich wie im Film  -Die schönsten Liebesfilme einfach selbst erleben
Farbiger Kopfschnitt
Mit S/W-Illustrationen von Moni Port
Gebunden
€ 14,95 (D) / sFr 23,50 / € 15,40 (A)
ISBN 978-3-8218-3678-2

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Vom Verlag mit dem Graffiti Logo

Clipstone Street, Fitzrovia, London, art

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Ein schöner Rücken kann auch entzücken – Der Fall 317: Eichborn lässt Hand anlegen

Dass die Andere Bibliothek ungewöhnlich ist, erkennt man schon am Namen. Dass Band 317 etwas Besonderes ist, sieht man auf den ersten Blick. Da das ungewohnte Design vielerorts für Verwirrung sorgte, wollen wir hier für Aufklärung sorgen.

»Handarbeit« lautet das übergreifende Schlagwort für »Ich grase meine Gehirnwiese ab«, eine Auswahl von Paul Valérys Cahiers (»Hefte«), die vor fast 20 Jahren erstmals ins Deutsche übersetzt wurden. Gerade dieser Heftcharakter sollte bei der Gestaltung des Bandes im Vordergrund stehen, weshalb vollständig auf den Buchrücken verzichtet und die gehefteten Bögen sichtbar gemacht wurden.

Doch etwas wegzulassen ist meist schwieriger als etwas hinzuzufügen – das wurde auch im Laufe des Produktionsprozesses deutlich.

Im Normalfall besteht die Herstellung eines Buches aus folgenden Schritten: Die großformatigen Druckbogen, auf die mehrere spätere Buchseiten gedruckt sind, werden gefalzt und in der korrekten Reihenfolge zusammengetragen. Nun wird der Vorsatz, d.h. das oft dickere und verzierte Papier, das später auf die Innenseite des Buchdeckels geklebt wird, je mit dem Titel- und dem Schlussbogen verbunden. Die gefalzten Bogen werden nun fadengeheftet und geleimt, so entsteht der Buchblock. Dieser wird vorne, oben und unten beschnitten. Nun kann man die Bogen öffnen und im »Buch« blättern. In einem weiteren Schritt wird der Buchrücken gerundet und erhält somit seine typische Form. Schließlich wird der Block „eingehängt“, also mit dem vorderen und hinteren Vorsatzblatt an die Buchdecke geklebt.

Auch als größtenteils automatisierter Prozess verlangt die Buchproduktion nach Mitarbeitern, die alle Arbeitsabschnitte prüfen und überwachen. Je nach Papier- und Einbandbeschaffenheit ist es z. B. nötig, die Maschinen von Hand zu justieren. Band 317 stellt nun einen extremen Sonderfall dar, der mehr Handarbeit von den Buchbindern verlangte als gewöhnlich.

An erster Stelle stand seltsamerweise eines der letzten Teile des Buches – das typische rote Rückenschild der Anderen Bibliothek. Es wurde weit vor dem eigentlichen Druck der Bögen hergestellt, damit es bei Beginn des Bindeprozesses verfügbar war. Sonst wird das Schild zum Schluss auf den Buchrücken geklebt – übrigens immer in Handarbeit –, doch bei Valéry gibt es eben diesen gar nicht. Also wurden die Schilder mit der goldenen Schrift geprägt, ausgestanzt, mit der Nut zum Aufschlagen versehen und von Hand einzeln herausgebrochen.

Doch zurück zum Anfang. Wie in anderen Fällen auch, wurden die bedruckten Bögen maschinell gefalzt und fadengeheftet. Danach wurde jeder Buchblock einzeln und von Hand zum Leimen in eine Maschine gelegt, ebenso wie zum dreiseitigen Beschneiden und zum Runden.

Die gefalzten und sortierten Bögen mit aufgeschlagenem Vorsatzblatt.

Normalerweise würde nun das maschinelle Einhängen folgen. Doch da die „nackten“ Rücken der Bogen später zu sehen und nicht unter dem Einband versteckt sein sollten, mussten die Buchblöcke vor den nächsten Arbeitsschritten trocknen.
Anschließend wurden das rote Rückenschild und das Vorsatzblatt auf den Buchblock geleimt – wieder bei jedem einzelnen Exemplar von Hand. Besonders beachtet werden musste dabei die korrekte Höhe des Schildes; bei jedem Band der Anderen Bibliothek steht es für ein einheitliches Gesamtbild am gleichen Platz auf den Buchrücken. Auch jedes Lesebändchen wurde von einem Mitarbeiter händisch unter den Vorsatz eingearbeitet. Für gewöhnlich verschwindet das Bändchen unter dem Buchrücken.

Bei diesem Probeband mit leeren Seiten und ohne Einbandmaterial um den Buchdeckel sitzt das rote Rückenschildchen noch nicht richtig.

Das Lesebändchen konnte aufgrund des fehlenden Buchrückens nicht auf den Buchblock direkt geleimt werden, sondern wurde von Hand unter das hintere Vorsatzblatt geklebt.

Wo im Regelfall nun eine Maschine die fertige Buchdecke, bestehend aus den mit dem Einbandmaterial überzogenen zwei Deckelpappen und dem dazwischen liegenden Rückenschrenz, mit dem Buchblock zusammenführen würde, mussten bei den Cahiers wieder die Mitarbeiter persönlich ran: Jeder Deckel wurde einzeln vorne und hinten von Hand auf die Vorsatzblätter geklebt.

Ein weiterer Probeband, noch mit unbedrucktem Schuber.

Eine Menge Handarbeit, und das bei etwas über 6.000 Exemplaren! Herr Zillmann von der Buchbinderei Lachenmaier schätzt, dass die Herstellung von Band 317 fast doppelt so lange wie gewöhnlich gedauert hat. Die langen Trocknungsphasen des Buchblockes zum einen sowie die zweifache Arbeit beim Anbringen des Einbandes zum anderen machten die Produktion so aufwändig. Sind es sonst 24 Personen, die an einem Band arbeiten, waren es in diesem Fall 32, wobei jeder Mitarbeiter für einen Produktionsschritt zuständig war.

Die Andere Bibliothek ist mit „Ich grase meine Gehirnwiese ab“ um ein Schmuckstück reicher geworden. Und zum fehlenden Rücken sagen wir in guter Frankfurter Mundart: Des g’hört so.

Die Zwischenschritte bis hin zum Endprodukt.

Vielen Dank an Herrn Markus Zillmann von der Buchbinderei Lachenmaier in Reutlingen für die ausführlichen Informationen zum Herstellungsprozess. Und natürlich auch unserer Herstellerin Susanne Reeh für die vielen Informationen und die Geduld.

Der ungewöhnliche Band 317 umrundet von seinen Kollegen.

Sonja, Presse & Social Media

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It’s fashionmonth

Dieser Herr ist unschlagbar, was die liebevolle Beobachtung aktueller Trends angeht:

Die aktuellen Beobachtungen gibt’s hier

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